Love it, change it or leave it – Aussteigerin Maren von Hippi4life

Bist du ein Masochist?

Ich bin mit meinen 31 Jahren eine junge Frau, die seit vielen Jahren versucht ihren ganz eigenen und individuellen Lebensweg zu finden und mehr Hippie ist, als manch einer vertragen kann. Ich bevorzuge mit Liebe mein Hippileben Wobei viele Leute Hippi auch gerne falsch verstehen mögen, was ein Hippi ausmacht kannst du übrigens hier lesen: Wie kannst auch du ein Hippie werden Bis zum 31.10.2015 habe ich jedoch einen sehr geradlinigen Lebensweg hingelegt, d.h. Abi, Studium, Arbeit. Was dabei auf der Strecke blieb war schon nach meinem Abi bereits klar – Die Reiselust und die Liebe zum Meer zu leben! Aus verschiedenen Gründen habe ich jedoch meine damaligen Reiseüberlegungen zurück gestellt und das viel, viel zu lange kann ich dir heute aus der Retroperspektive ans Herz legen! Work and Travel nach dem Abi nicht geklappt. Auslandssemester nicht auf die Reihe bekommen. Nach dem Studium statt zu traveln, das erste eigene Geld verdient, abgesehen von den üblichen Studijobs. Ist man einmal in der „normalen“ Arbeitswelt gestrandet, scheint es zunächst unmöglich zu sein, seiner Reiselust ansatzweise in dem Maße nachzukommen wie sie im Inneren veranlagt ist. Wer das jedoch wirklich will wird mit Sicherheit Wege finden, welche sehr unterschiedlich aussehen können!
Ich war irgendwann so satt von diesem System und der Vorstellung die nächsten 40 Jahre so zu verbringen, dass ich zunächst meine Arbeitszeit auf 32h reduzierte. 4 Tage arbeiten, 3 Tage frei erst mal ein geiles Konzept, aber auch das reichte mir irgendwann nicht mehr. Aber was fehlte, um das Feuer so richtig zum Lodern zu bringen? Ein Funke, der das Feuer entfacht? Ein Tiefschlag der uns wach rüttelt? Was ist der Zündstoff, der uns zum Ausbruch bringt?

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Was ich dir sagen kann ist, dass alles ein Prozess ist und so kam dieser Tag an dem dieser Funke das Feuer entfachte. Es geschah im Rahmen meiner Ausbildung zur Tanztherapeutin, wo ich in die Tiefe meiner Seele eintauchen konnte und sich meine längst vergrabenen Wünsche wieder offenbarten. Ich beschloss vor meinem 30. Lebensjahr diesen Herzenswunsch in die Tat umgesetzt zu haben. Die Zeit drängte da die 30 schon vor der Tür stand. Also beantragte ich bei meinem Arbeitgeber unbezahlten Urlaub, welcher genehmigt wurde und befand mich bald darauf in Indien, wo ich ehrenamtlich im Slum und im Waisenhaus arbeitete sowie Kinder von Fischern unterrichtete. Mein Traum ist in Erfüllung gegangen und sollte für immer mein Leben verändern! Diese Zeit hat mich so bereichert, so viel gelehrt und war so wertvoll für meine eigene Entwicklung. Das Resultat: Ich will MEE(H)R! Was ich im nächsten Winter tat, um meine Reisefreiheit leben zu können? Ich beantragte eine Sabattzeit, welche in der Regel für ein Jahr angelegt ist. Ich habe sie für 6 Monate beantragt. Sie wurde bewilligt und ich bin mit meinem Freund losgezogen. Frankreich, Spanien, Portugal, Gibraltar und ach ja 2 Monate Marokko standen auch auf unserer Reiseroute. Vor Anbruch des noch aktuellen Winters habe ich nun meinen Job komplett aufgegeben und lebe nun seit 2 Monaten in Portugal und tue das, worauf ich wirklich Lust habe: Reisen, Schreiben, Tanzen, gutes Essen und die Macht des Meeres, der Wellen und des Windes aufzuspüren. Ein Leben möglichst im Einklang. Mein Ziel ist es von meinem Blog Hippi4life, der mir viel Freude bereitet und mit meiner Liebe zum Tanzen Tanzträume-Tanztherapie andere Menschen bereichern und selbst von meinem Blog und der Tanztherapie „Leben“ zu können!
Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist, dass es immer Wege gibt deine Wünsche und Träume mit deiner Arbeitswelt abzustimmen und das erfolgt alles in einem Prozess, der unterschiedliche Zeit benötigt. Bei dem Einen reicht vielleicht ein prägendes Ereignis aus, um alles für seinen Traum aufzugeben und bei dem anderen benötigt es mehrere Geschehnisse um sich gegen das vorgelebte Konstrukt zu stellen. Vielleicht reicht dir auch eine ausgeglichenere Work-Life-Balance aus, sodass du deine Arbeitszeit reduziert, oder aber dir reicht alle paar Jahre eine längerfristige Auszeit? Oder willst du mehr Freiheit wie meine Wenigkeit??? Dann solltest du dir genau überlegen wie du das anstellen kannst und dir Gleichgesinnte suchen, die nicht nur deine Träume teilen und dich in deinen Träumen unterstützen, sondern vielleicht auch schon ihren oder gar deinen Traum leben! Warum genau diese Menschen einen sehr wichtigen Stellenwert in deinem Leben einnehmen werden, steckt in den kleinen und großen Hürden die nun auf dich warten!
Meine größte Hürde ist es besonders den Menschen, welche ich liebe anscheinend mit meinen eigenen Plänen zu überfordern und zu verletzen, aber auch die ganzen Negativbeispiele setzen mir zu wie: „Was ist wenn du scheiterst???“, „Du brauchst einen richtigen Job!“ „Wie soll das überhaupt funktionieren?“. Parallel werden dir Szenarien des Scheiterns aufgezeigt und du beginnst zu zweifeln und fragst dich: „Was ist, wenn ich es nicht schaffe?“. Kommt dann ein „Ich habe es dir ja gleich gesagt!“?! Was man dann nun wirklich als aller, aller Letztes hören mag?! Dabei wäre es viel einfacher, angenehmer und fürsorglicher diesen Menschen in seinen Plänen zu unterstützen… Es müsste doch eigentlich eine Freude sein, diesen lieben Menschen dabei zu beobachten wie er seine Träume verwirklicht und an ihnen wächst und gedeiht, statt einem das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht an einem Glauben, die eigenen Ideen negieren, Horrorszenarien kreieren und dich scheitern sehen, bevor du überhaupt angefangen hast!?

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Warum sie das machen ist eine schwierige Frage und schwer zu beantworten. Meine Überlegungen, bzgl. des dahinter liegenden Grundes, lassen mich annehmen, dass alles in der bestehenden Beziehungsqualität begründet ist. So hat dieser Mensch vielleicht riesen Ängste dich zu verlieren? Vielleicht macht sich dieser Mensch Sorgen um deine Zukunft? Vielleicht ist er neidisch oder wütend, weil er selbst seinen Traum leben mag, aber sich nicht traut, oder bemerkt, dass seine angeblichen Träume nur aus der Werbebranche impliziert und vom Kapitalismus geprägt sind?! … oder vielleicht hat diese Person gar ein ganz anderes Lebenskonzept für dich entworfen, nach welchem du glücklich leben solltest?! Egal was es ist, mir hilft es zu denken, dass sie es im Grunde nur gut mit einem meinen und einfach nur das Beste für einen wollen! Egal was sie sagen! Auch wenn du scheitern solltest, was niemand weiß (AUCH NICHT DU!), DU hast es dann zu mindestens probiert!
Wie groß die Hürden und Herausforderungen sein werden weiß keiner, aber wie du damit umgehst hängt ganz alleine von dir ab. Der Glaube an dich selbst steht nun im Mittelpunkt aller Angelegen- und Begebenheiten und wird dir bei zahlreichen Challenge behilflich sein. Deine erste Challenge ist es deine wahre Profession herauszufinden! Stelle dir Fragen wie:
Worin bin ich gut und wie kann ich meine Fähigkeiten/ Talente nutzen um andere Menschen zu bereichern?
Erörtere genau was dir besonders gut liegt und vor allem was dich wirklich interessiert! Die meisten Menschen scheinen mit ihrer Lebenssituation unzufrieden zu sein und nicht jeder hat die Möglichkeit seine Träume zu leben. Aber jeder hat die Chance seine Träume zu leben, bzw. diese zu verwirklichen, wären da nicht die vorgefertigten, gesellschaftlich geforderten Lebensentwürfe und Überzeugungen nach Sicherheit, Statussymbolen und ähnlichem, statt der kleinen oft leisen inneren Stimme zu vertrauen und dieser zu folgen. Denn sie weiß, was dich wirklich erfüllt! Also finde es heraus! Was macht dich glücklich und zufrieden? Was erfüllt dich? Wie kann dein  selbstbestimmtes Leben aussehen?
Eigentlich war doch Arbeit einmal dazu da, sich sein Privatleben möglichst angenehm gestalten zu können, also ein Mittel zum Zweck. Dieses hat sich aber in der Vergangenheit des Öfteren gewandelt. Innerhalb meiner Generation kam der Aspekt der Selbstverwirklichung hinzu, mag man meinem damaligen Psychologie-Prof und seinem Entree im Rahmen meiner Immatrikulationsfeier Glauben schenken. Zu vorherigen Generationen stellt dieses natürlich einen enormen Wandel dar, da früher die freie Berufswahl nur bedingt möglich war. Rückschlüssig drängt sich mir die Frage auf, wer soll dir denn nun diesen WEG beibringen, oder dir dabei helfen deinen Weg zu finden, wenn es ihnen selbst nie möglich war und dank unserer fremd- und eigens auferlegten Überzeugungen und Strategien im Bezug zu den gesellschaftlich akzeptierten Werten und Normen kaum möglich sein wird??? Was uns es so schwierig macht da auszubrechen liegt wahrscheinlich in der frühen Prägephase. Denn in der Regel beginnt diese Problematik bereits in der Kindheit. Wir werden getrimmt, beeinflusst und gar manipuliert, um einen Lebensweg einzuschlagen, der den „gesellschaftlichen Normen und Werten“ entspricht. Das bedeutet Konsum, unsinnige Beschäftigung, Arbeit, ungesunde Ernährung, Traumhaus, Traumauto… Ihr wisst hoffentlich was ich meine!
Egal! Wichtig ist, dass die neuen Generationen gefragt sind und wir uns dabei gegenseitig unterstützen sollten unsere neuen Lebenswege zu begehen! Aufgrund der zunehmenden Fixierung auf den Beruf und dem damit einhergehenden sozialen Status treffen wir oft auf Unverständnis bis hin zu Angriffen wie man würde das Leben nicht ernst nehmen, man müsse Geld verdienen usw. Aber genau das haben wir doch auch vor! Nur weil wir als neue Generation es nicht mehr nötig haben uns über unseren Job zu personifizieren und zu profilieren, unser Wertesystem sich verschoben hat, zum für mich positiveren wirklich lebensbereichernden Werten wie Zufriedenheit, Freiheit, Freude an den Dingen die wir tun usw. heißt es doch nicht, das wir nicht arbeiten wollen. Bis diese Lebenswege gesellschaftsfähig werden, werden bestimmt noch einige Jahre ins Land streichen müssen. Ein Fehler wäre, wenn du nun den Kopf in den Sand steckst und wartest statt endlich loszulegen!
OK. Wir haben jetzt verschiedene Punkte beleuchtet. Zunächst erstmal habe ich dir kurz meinen Lebensweg bzgl. eines selbstbestimmten Lebens vorgestellt. Anschließend habe ich probiert zu erörtern was uns erwartet, wenn wir es wagen unseren ganz eigenen bestimmten Weg zu gehen und unsere freie Wahl treffen. Anhand meiner Frage nach deinen Fähigkeiten und Talenten, kannst du eine erste Standortbestimmung für deinen neuen selbstbestimmten Lebensweg vollziehen. Nach kurzer Erörterung, weshalb wir diese Wege eingeschlagen, dieses erkannt haben und trotzdem dieses Konstrukt fortführen, bringt mich zu meiner letzten Frage, welche ich mir gerade, trotz ihres provokanten Charakters nicht verkneifen kann: „Sind wir alle Masochisten, oder warum quälen wir uns bis in die Unendlichkeit? Warum machen wir immer noch diesen Job ohne Freude am Getanen? Warum besuchen wir immer noch das Schwiegermonster? Warum halten wir vergiftete Beziehungen aufrecht?“. Ich sag’s dir!!! Weil wir alle Masochisten sind!!!
Die Kriterien finden bestimmt so einige zutreffend, oder wurdest du noch nie gedemütigt ohne eine adäquate Konsequenz daraus zu ziehen, weil du Angst hast vor Beurteilungen und Verurteilungen? Psychodynamisch betrachtet stellt Masochismus ein Abwehrverhalten dar, welches Ängste und Gewissenskonflikte unterdrücken soll. NA klingelt es? OK ein Masochist empfindet auch Sehnsucht nach Unterordnung und Demütigung, teils sogar nach persönlichen Misserfolgen, also eine Art Ersatzhandlung für direkte Selbstverletzungen, aber im Kern treffen diese Kriterien auf eine breite Masse der Menschheit zu – willst du das? Vielleicht ist es auch unsere Gesellschaft, welche es abverlangt ein Masochist zu sein, was ein Grund mehr darstellt da auszubrechen?! Oder sind wir keine Masochisten, wenn wir uns Tag für Tag für Tag in das selbstgewählte Korsett zwängen, was uns eigentlich gar nicht passt und sich unwiderruflich enger und enger schnürt? Warum tun wir das, wenn wir keine Masochisten sind? Um anderen gerecht zu werden?? Als Erstes solltest du dir selbst gerecht werden, dass ist deine Aufgabe! Willst du ein Masochist sein???? Nein??? Dann beginne endlich dein Leben zu leben und NICHT das Leben eines anderen!!!!!
Nun hast du genügend Zeit und hoffentlich auch Anregungen ein wenig darüber nachzudenken, was du wirklich in deinem Leben tun möchtest! Ich wünsche dir vom ganzen Herzen viel Kraft, Durchhaltevermögen, Klarheit, Freude und liebevolle Menschen die dich bei deinen liebevollen Überlegungen und Erörterungen auf der Suche nach Selbstbestimmung unterstützen!
Jenni und ich würden uns sehr darüber freuen, wenn du uns an deinen Überlegegunen teilhaben lässt und uns dementsprechend ein Kommentar hinterlässt! Danke auch an dieser Stelle an Jenni/ Surfdaplanet für die Möglichkeit meinen Gastbeitrag hier zu veröffentlichen!
Summa summarum: Ich möchte ein kleines glückliches Leben führen, in welchem es mir an nichts fehlt, aber vor allem welches mich glücklich macht, meine Gesundheit aufrecht erhält und mich zu tiefst erfühlt. Und Du?

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Love it, change it or leave it – Eure Maren!

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