Reisebericht Fuerteventura

 

Reisebericht Fuerteventura

6 Wochen konnten wir die Insel Fuerteventura entdecken, erleben und genießen.
Fuerteventura gehört zur der Inselgruppe Kanaren und liegt im Atlantik.
Geographisch schon Afrika aber politisch noch Europa.
Und das macht es auch so einfach und praktisch für uns, denn man benötigt kein Visa und die Lebensbedingungen sind nach dem für uns gewohnten Europäischen Standard.
Das Wetter aber bietet uns eine konstante und angenehme Wärme und für uns Surfer Wind und Wellen, vor allem zur anstrengendsten Jahreszeit im Winter von Deutschland.

Wir waren von Ende Januar- Mitte März auf der Insel, in dieser Zeit hatten wir 2-3 Regentage und ein paar bewölkte Tage, die Temperatur war aber immer angenehm zwischen 18-25 Grad.
Zur Abendstunde kühlt es schnell aus und ein draußen sitzen ist dann nicht mehr so angenehm.

Wind hatten wir einige gute Tage und einige sehr gute Tage, in der Regel bin ich einen 7m2 Kite Geflogen, Manu hatte sein 4.3er Segel.

Für Fuerteventura ist zu der Zeit keine Windsaison, die stärkeren und konstanteren Windtage kommen im Sommer.

Auf den ersten Blich verzaubert die Insel einen nicht und ich würde auch niemals behaupten es sei die schönste Insel der Welt, dennoch wenn man genau hinschaut erkennt man die funkelnden Ecken.
Neben der kargen steinigen Landschaft, gibt es riesige weiße Sanddünen, kleine grüne Oasen und türkis leuchtendes Wasser. Es gibt wunderschöne große Kräftigen Wellen die man stundenlang beobachten kann oder stundenlang in sie hinein zum Surfen springen kann.

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Es gibt niedliche Café´s und leckere Restaurants. Entspannte und lockere Menschen überall.
Es gibt aber auch Bauruinen ohne Ende, eine meiner Meinung nach Vergewaltigung der Insel.
Und man findet neben vielen Surfschulen und Camps auch viele schrille Läden, die Tabak und Parfüm verkaufen wollen oder Fuerteventura Flaschenöffner in Form eines Penisses.

Anreise

Nach Fuerteventura fliegen einige Anbieter aber vor allem Ryanair.
Nach kurzem Recherchieren und dem Unschlagbaren Preis von 80€ Pro Person Hin und Zurück, war der Flug von Bremen mit 1x Großem Surfgepäck gebucht, für 50€ pro Strecke.
Großes Surfgepäck bedeutet bei Ryanair 20kg, dass hatten wir zu erst nicht realisiert und merkten schnell beim packen, 20Kg und Windsurfgepäck das klappt niemals im Leben.
Also wurde nur 1 Wellenreiter, 1 Kite und 1 Kiteboard eingepackt.
Kleidung kam ins Handgepäck, 10 Kg pro Person kein Problem für 2 Wochen.
Denn das war die ursprünglich geplante Aufenthaltszeit auf der Insel.

Zu den Flughäfen fahren wir in der Regel immer mit der Bahn, denn wir haben meistens 2 Windsurfbags dabei, die 2,5m lang sind, dazu noch ein Koffer und Handgepäck.
Finde mal jemanden der ein Auto hat wo alles rein passt und dann noch Lust hat dich mehrmals im Jahr zu irgendeinen Flughafen in Deutschland zu bringen.

Bisher haben wir nur positive Erfahrungen gemacht, immer Platz im Fahrradabteil gefunden und ziemlich wenig für die Tickets bezahlt.

Ok auf viel Lob, muss dann ja mal wieder ne dämliche Situation kommen.
Manu ist nach den 2 Wochen Fuerte, wie geplant nach Hause geflogen, meinen Flug habe ich umgebucht. Er flog nach Hause um sein Windsurfgepäck nach zu holen.
Da wir uns vor Ort und nach langem hin und her überlegen entschieden hatten noch etwas länger auf der Insel zu bleiben, musste das Surfmaterial nun doch noch her.

Den 2. Flug buchten wir über Sunexpress, denn die hatten 30kg Surfgepäck für 40€ pro Strecke im Angebot und 20Kg Freigepäck.
Manu also alles schnell gepackt und mit der Bahn wieder zum Flughafen.
Naja…schön wäre es gewesen.
Der Zug hielt an, die Tür zum Fahrradabteil öffnete sich aber nicht.
Und noch viel schlimmer im Abteil saßen 2 Service Menschen der Bahn und auf die Kommunikationsversuche von Manu antworteten sie nur mit Schulter zucken.
Bis er mit dem 2,5m und 30kg schweren Boardbag und einem Koffer am nächsten Abteil war fuhr der Zug schon los.

Ein Glück hat Manu einen coolen Papa, der kam mit dem Auto wieder zurück, Manu brachte seinen Vater Heim und fuhr mit dem Auto zum 300km entfernten Flughafen.
Das Bahnticket nutzte sein Vater am nächsten Tag um sein Auto wieder abzuholen.

Gestern brachte ich Manu nach 6 Wochen zurück zum Flughafen in Fuerteventura, dort wurden wir am Service Schalter sehr freundlich bedient, das Surfgepäck wurde nicht gewogen, die große Zitterstunde aller Surfer und vor allem nicht abkassiert! Tschakka…so mögen wir das!
Such dir gleich deinen nächsten Flug raus! Nicht lange zögern!


Mobilität

Man kann auf der Insel Bus fahren, kein Problem.
Ok ein kleines, wenn man sich noch nicht auskennt woher soll man wissen wann man raus muss?
Eine kleine Zitterpatie und nach Möglichkeit eine gute Absprache mit dem Busfahrer.
Die Preise sind absolut in Ordnung und große Gepäckstücke können locker mitgenommen werden.
Will man nun aber von Spot zu Spot wird es schwierig mit dem Bus.
Daher hatten wir uns nach der ersten Woche ein Kombi gemietet.
100€ für eine Woche inkl. Vollkasko ohne SB alle Km frei und 2 Fahrer und das ganze unkompliziert ohne Kaution. Diese Angebot hatten wir über Plusscar und würde die Firma ohne Bedenken weiterempfehlen.
Nach dieser Woche und unserer spontane Verlängerung wechselten wir zu Atlantic Cars, dort bekamen wir einen Kleinwagen für 400€ für 4 Wochen, zu den selben Konditionen wie bei Plusscar.
Locker lässig dachten wir das Boardbag mit den Surfstuff für den jeweiligen Tag drin schnallen wir mit Spanngurten aufs Dach.
Schon die erste Fahrt vom Flughafen nach Hause bescherte mit schwitzige Hände.
Aber nach dem das Boardbag bei 30Knoten und 80kmh auf der Autobahn beinahe weggeflogen ist, weil einer der beiden Gurte gerissen ist, war das Thema mit auf den Dach schnallen vorbei.
Ab sofort musste immer alles ins Auto und man mag es kaum glauben aber es passte sogar.
Mit diesem Auto fuhren wir die komplette Insel ab, insgesamt sind wir 3000km Auto gefahren.

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Surfcamp

In unserer ersten Woche auf Fuerteventura haben wir im Surfcamp von Planetsurf gewohnt und 20h Stunden Surfkurs genossen.
Das Camp ist oben im Norden in Corralejo.
Ich kann wirklich jedem empfehlen, der Lust auf Wellenreiten hat ein Camp zu buchen.
Die Stimmung war Klassen, man hat durch die Guides einen guten Überblick über die Spots bekommen und konnte mit viel Feedback und Motivation in einer Woche lernen.Wenn du mehr über das Camp lesen willst, dann hier...

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Wohnen

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten auf Fuerteventura zu wohnen.
Man kann sich in einem Camp einmieten, sowie wir in unserer ersten Woche.
Man kann einen Freund besuchen, wenn man das Glück hat, dass man jemanden kennt.
So wohnten wir unsere 2.Woche bei einem Freund in Costa Calma im Süden.
Er arbeitete auf der Insel als Kiteinstructor und wohnt seit 2 Jahren hier.
Vorher hat er in Deutschland gelebt.
Nach dem wir beschlossen hatten länger zu bleiben, organisierten wir uns eine neue Bleibe.
Wir zogen in eine WG in Tarajalejo. Dort wohnten wir 4 Wochen lang mit Andrea zusammen, er kommt aus Italien und arbeitet seit 4 Jahren als Surfinstructor auf der Insel.
Durch diese Wohnmöglichkeit konnten wir viel Geld sparen, denn die Miete kostete nur 250€warm für den Monat aber vor allem hatten wir Kontakt zu „locals“. Wir wohnten nicht im Ferienbunker sondern in einer normalen Wohnsiedlung und das ist genau das was wir mögen.

Ich kann jedem empfehlen bei Airbnb (Wenn du dich neu registrierst, schenke ich dir 18€ für die erste Nacht) oder ziemlich neu Kitebnb nach Zimmern oder auch ganzen Wohnungen zu schauen. Man kann einiges sparen und das Leben vor Ort ganz anders entdecken.

Einkaufen

Schnaps und Zigaretten sind auf der Insel ziemlich günstig.
Aber geht es um den alltäglichen Einkauf so wird es etwas komplizierter.
Lebt man im Süden sollte man großer Einkäufe bei einem Mercadona oder Lidl planen.
Kleine spontane und frische Dinge kann man bei dem Spar in seinem Ort erledigen aber bei sehr vielen Produkten wird man einen deutlichen Unterschied spüren.
Der nächste Mercadona liegt in Butihondo, von uns aus waren das 30km in den Süden oder 46km in den Norden, wo es auch einen Lidl gibt.
Man sollte aus die Gelegenheit nutzen wenn man in der Nähe ist und einen Großeinkauf machen.

Bezahlen kann man mit jeder Ec Karte , das abholen von Geld am Automaten funktioniert auch mit einer Ec Karte ich würde aber bei 5€ Gebühr pro Abhebung die Empfehlung einer Reise Kreditkarte aussprechen.
Ich nutze die Kreditkarte der DKB seit Jahren und zahle im Ausland keine Gebühren.


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Sehenswürdigkeiten

Wir sind jetzt generell nicht die Typen, die die Top 10 an Sehenswürdigkeiten googeln und dann eine Station nach der nächsten abfahren.
Aber entdecken wir etwas oder hören von etwas was man sich antun sollte dann machen wir das auch.
Auf der Insel Fuerteventura hat sich das ganze sehr in Grenzen gehalten.
Wir haben es im Endeffekt darauf beschränkt die absolut schönsten Strände zu suchen und uns die verschiedenen Orte anzuschauen.

Surfen der Norden und der Süden

Der Norden bietet sich vor allem zum Wellenreiten an, viele viele gute Spots für unterschiedliche Könnens Stufen.
In Corralejo findet auch mehr junges Leben statt, es ist Fussläufig mehr zu erreichen und Landschaftlich durch die großen Sanddünen und die vielen Riffs meiner Meinung nach interessanter.
Zum Windsurfen und Kiten bietet sich der Flag und Glass Beach an, der für Anfänger aber nur bedingt geeignet ist, da der Wind leicht ablandig sein kann und bei Low-Tide viele Steine zum Vorschein kommen.

Der Vorteil vom Süden ist, dass durch die Berge der Wind wie durch eine Turbine verstärkt wird.
Es gibt mehr gute windige Tage dadurch im Süden als im Norden.
Aber hier ist der Wind fast immer ablandig. Man sollte nur rausgehen, wenn man sicher ist und auch bereit ist ggf. einen Rescue Service zu bezahlen.

Der Strand von Sotavento sieht wunderschön aus, man hat die Wahl am Spot von Rene Egli oder weiter unten im Süden vom Ion Club zu gehen. Beide bieten den Rescue Service an.
Der Wind im Süden ist leider sehr böig.
Für Anfänger und Flachwasserfreunde gibt es eine riesige Lagune. Die Lagune ist aber Tiden abhängig und nicht immer da! Man sollte sich vorher informieren wie der Wasserstand und die Zeiten sind.

 

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Für Anfänger kann das eine gute Möglichkeit sein, Spaß auf dem Wasser zu haben.
Zum Wellenreiten kommt man besonders gut in La Pared auf der West Seite der Insel.
Die Bucht ist wunderschön und bietet an vielen Tagen gute Bedingungen für Anfänger und Fortgeschrittene.
Boards kann man günstig und vor allem sympathisch an der Surfschule Adrenalin ausleihen.
Wir bekamen dort Boards für 10€ am Tag. Außerdem haben sie professionell und günstig unseren Wellenreiter repariert.

 

Ein ausführlichen Spotguide der Insel folgt demnächst.

Nun geht meine Zeit hier auch zu Ende, mein Flieger geht morgen.
Würden wir wieder kommen?
JA aber das nächste Mal kommen wir mit unserem Van.
Und dann klappern wir eine Kanarische Insel nach der nächsten ab.
Haben unser Heim immer dabei.

 

Was gefällt dir besonders an Fuerteventura?
Liebe Grüße Jenni

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One thought on “Reisebericht Fuerteventura

  1. Oh, wir beneiden Euch, dass Ihr kommenden Winter mit Eurem Van die Inseln abklappern wollt. Wir hatten da ja letzten Winter auch so viel Spaß und haben uns mit unserem Campingbus dort auch bestens erholt.
    Mal schaun, ob es kommenden Winter bei uns auch wieder eine längere Tour geben wird, es würde uns ja schon sehr reizen, wieder auf die Kanaren zu fahren.
    Viele Grüße, Marc und Selena

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